Mobbing, was kann ich dagegen tun?

Zu den eigenen Wahrheiten bekennen

So zu leben, wie andere das für richtig halten, mag für andere ja durchaus richtig sein. Doch wenn wir ein Leben führen wollen, das uns gefällt, müssen wir uns nach uns selbst richten. Dazu müssen wir unsere verschütteten Vorlieben und Bedürfnisse wieder ausgraben, unsere verdrängten Träume und Lebensideale freischaufeln und wir müssen uns mehr und mehr zu den eigenen Wahrheiten bekennen.

Das sind heroische Ziele und das erfordert Mut. Sogar sehr viel Mut, denn in unsere unerforschten Regionen vorzudringen bedeutet zuerst einmal Angst. Angst vor dem Neuen, Angst vor dem Ungewohnten, auch Angst, das Alte aufzugeben und wenn es noch so schlecht und unbrauchbar war.

Doch diese Angst brauchen wir, damit wir nicht im Galopp in die nächste Katastrophe rennen. Nur müssen wir die Angst in die Schranken weisen, sonst blockiert sie uns. Angst haben und es trotzdem tun ist Mut. Die Angst zu ignorieren grenzt an Tollkühnheit und ist in jedem Falle falsch. Es sei denn, wir brauchen noch eine größere Bruchlandung, um endlich den Bogen zu kriegen.

Liste mit den Vorteilen der alten Situation

Sollten wir unsere Ziele lieben, aber immer noch amAlten kleben, vielleicht zögerlich sein und uns nicht für unser “neues Leben” entschließen können, dann sollten wir eine Liste, sozusagen eine Aufzählung von allen Vorteilen machen, welche die alte Situation hatte. Erst sollten wir die großen und dann die kleinen aufschreiben und zwar bis hin zum Urteil der Leute, wie beispielsweise: für meine Bekannten bin ich ein toller Hecht, ich sorge für meine Familie, zahle meine Steuern und so weiter.

Liste mit den Nachteilen des zukünftigen Lebens

Dann machen wir eine neue Liste auf einem zweiten Papier mit allen Nachteilen, die uns das neue Leben bringen kann, wieder erst die großen, dann alle kleinen und jeden Nachteil auf eine neue Zeile. Versuchen wir uns in das neue Leben hinein zu versetzen und malen wir uns nur jede erdenkliche Katastrophe aufs dramatischste aus, größer und schrecklicher, als wir es je zu träumen wagten.

Also, wenn wir zum Beispiel wegen Mobbing die Kündigung einreichen wollen, dann kann es sein dass ich:

♦ das Haus verkaufen muss

♦ meine Frau mich mit den Kindern verlässt

♦ ich zu trinken anfange

♦ ich obdachlos werde.

 

Unsere Zukunft, wenn wir alles beim Alten lassen

Auf einem dritten Blatt notieren wir nun unsere Zukunft, wenn wir alles beim Alten lassen. Vermutlich ist unser Selbstbewusstsein schon gebrochen, sonst hätten wir es mit dem Mobbing nie so weit kommen lassen. Doch zu wundern brauchen wir uns nicht, denn wenn wir wie ein Wurm auf dem Boden kriechen, fühlt sich jeder eingeladen draufzustehen. Folglich wird die Schikane weitergehen und immer unerträglicher werden.

Unser Körper wird mit Migräne, Magenbeschwerden, Kreuzschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Schlafstörungen, Bluthochdruck oder sonst was reagieren. Und nehmen wir darauf keine Rücksicht, dann wird es nicht nur bei Stresssymptomen bleiben, sondern zu einer Krankheit ausarten.

 

Krank werden wir ja immer dann, wenn das Maß voll ist:

♦ Wenn wir uns zu lange zu etwas gezwungen haben, das wir nun nicht mehr leisten können

♦ wenn wir längere Zeit gekränkt wurden oder immer wieder Zurücksetzungen erfahren mussten

♦ Wenn wir uns mit etwas auseinander setzten sollten, womit wir uns aber nicht auseinander setzten wollen.

 

Wir werden krank, weil eine innere Wandlung nötig wäre

Also, wenn sie Seele leidet, rebelliert der Körper und wir werden krank, weil eigentlich eine innere, tiefgehende Wandlung, ja, ein Entwicklungsschritt von Nöten wäre. Ein Entwicklungsschritt, den wir aber tunlichst hinausschieben oder meiden, weil wir erst dann etwas zu ändern gedenken, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.

Entweder lassen wir uns nun immer wieder krankschreiben, um diesem Szenario für eineWeile zu entkommen. Oder wir schleppen uns weiter zur Arbeit, werden immer unkonzentrierter, immer angreifbarer, unleidlicher und im Innern eine geknickte und lebensmüde Persönlichkeit.

Sind wir uns nun einigermaßen im Klaren, wie unsere Zukunft aussieht, wenn wir alles beim Alten lassen, dann nehmen wir wieder unser zweites Blatt hervor. Das ist die Liste mit den fiktiven (erfundenen) Katastrophen und erarbeiten nun – wie ein guter Firmenchef – mindestens zwei Lösungsmöglichkeiten für jede Katastrophe.

In unserem Beispiel sähe das dann etwa so aus

Vorschlag zu Punkt 1

Ich kündige nicht, sondern

♦ rede mit meiner Frau über die Situation

♦ mache eine Gesprächstherapie bei einem Psychotherapeuten

♦ nehme Kontakt mit einer Selbsthilfegruppe auf zum Beispiel über die

“Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Selbsthilfegruppen e. V. “

oder mit dem

“Verein für Arbeitsschutz und Gesundheit durch Systemische Mobbingberatung und Mediation e. V.”

mobbing-net.de

♦ besorge mir aus den Bibliotheken alle verfügbare Literatur über Mobbing

♦ nehme Kontakt mit der Mobbing-Zentrale auf: www.mobbing-zentrale.de

♦ rede mit dem Mobber/Mobberin

♦ informiere den Vorgesetzten oder den Betriebsrat

♦ bilde mich weiter und bemühe mich um eine Versetzung

♦ bewerbe mich bei anderen Firmen

♦ verwöhne mich nach der Arbeit mit einem Spaziergang im Park, koche mein Lieblingsrezept, nehme ein Entspannungsbad, trinke einen Beruhigungstee und pflege mein Hobby.

 

2. Vorschlag, zu Punkt 1:

♦ Ich kündige, doch zuvor

♦ rede ich mit meiner Frau

♦ informiere mich beim Arbeitsamt über die soziale Absicherung, wie:

Arbeitslosengeld: Höhe, Dauer, Dauer der Antragsbearbeitung, eventuelle Sperre wegen Kündigung, die aber wegen unzumutbaren Arbeitsbedingungen entfallen kann. Das Arbeitsamt hat für all diese Art von Fragen mehrere Merkblätter herausgegeben.

♦ suche mir eine neue Stellung in allen großen Zeitungen

♦ kämme den lokalen Stellenmarkt durch

♦ besorge mir alle Fachzeitschriften für meinen Beruf

♦ gehe zur Jobbörse und erkundige mich über Hilfen und Tipps zum Zusammenstellen der Bewerbungsunterlagen

♦ hole mir Fachliteratur über Bewerbungsschreiben aus der Bibliothek

♦ suche mir einen Headhunter für mein Fachgebiet im Internet

♦ verschicke täglich mindestens drei Kurzbewerbungen

♦ schaue im Internet nach Stellenangeboten

♦ inseriere selber in einer Fachzeitschrift oder Zeitung

♦ erkundige mich beim Arbeitsamt nach Möglichkeiten der Umschulung

♦ erkundige mich bei der Industrie und Handelskammer über die Möglichkeit mich selbständig zu machen

♦ frage nach Darlehen für Jungunternehmer oder Existenzgründer lese Fachliteratur über Existenzgründung

♦ erwäge ein Studium und lasse mir beispielsweise Informationsmaterial

von der Fernuniversität Hagen zuschicken www.fernuni-hagen.de

♦ erkundige mich bei der ZFU, staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) nach allen zugelassenen und geprüften Fernlehrgängen

♦ Peter-Welter-Platz 2

D-50 676 Köln

♦ hole mir vomArbeitsamt die Broschüren “Ihre berufliche Zukunft” und “Bildung und Beruf” für meinen derzeitigen oder zukünftigen Beruf oder ich lasse sie mir kostenlos zuschicken:

BW Bildung und Wissen

Verlag und Software GmbH

Postfach 82 01 50

90 252 Nürnberg

♦ erstelle einen Finanzplan mit allen zukünftigen Einnahmen (Arbeitslosengeld/Arbeitslosenhilfe, Wohngeld) und Ausgaben

♦ gehe rein informativ zur Schuldnerberatungsstelle

♦ lasse mein Haus und Eigentum schätzen

♦ spreche mit der Bank über meine “zukünftige” Finanzsituation (rein informativ)

♦ bitte um Gehaltserhöhung auf der alten Arbeit

♦ suche mir einen Nebenjob um finanzielle Engpässe zu vermeiden

♦ rede mit dem Chef über eine Kündigung mit gegenseitigen Einverständnis

♦ ich kündige.

 

 Lesen Sie weiter in meinem Coaching-Programm:

 

 


„12 Schritte zum persönlichen Glück“.

 

 

 

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