Fremdgehen tut weh, betrogene Ehefrau

Hilfe, mein Mann geht fremd

Frage:
Nun sind wir schon bald 25 Jahre verheiratet. Ich war immer treu, aber mein Mann betrog mich mehrere Jahre. Jetzt glaube ich, es ist wieder einmal soweit. Was mache ich denn falsch in meiner Ehe? Ich möchte nicht schon wieder durch diese Hölle. Vielleicht können Sie mir helfen.

(Ingrid, 48 Jahre)

Antwort:

Wenn Tage zu Löchern und Nächte zu Tränentälern werden. Kaum ein anderes Ereignis kann einen Ehepartner so sehr in eine Krise stürzen, wie wenn er vom anderen betrogen wird. Es beginnt eine Zeit qualvoller Ungewissheit, ob man bald allein dasteht oder, ob die Liebe reicht, um sich den Mann mit einer Geliebten zu teilen. Dabei brechen vermutlich Gefühle wie ein Naturereignis, wie ein Erdbeben über Sie hinein. Gefühle wie Ohnmacht, Hass, Angst, Entwertung der eigenen Person, Demütigung und Verletzung der Würde. Daher gleicht jeder Tag einem schwarzen Loch, in das Sie hineinfallen, und die Nacht wird ein Tal aus Tränen und Verzweiflung. Wird dadurch das Selbstwertgefühl gestört, und halten die schweren seelischen Demütigungen an, kommt es nicht nur zu seelischen Schäden, sondern auch noch zu körperlichen Krankheiten.

Sicherlich trifft die obige Beschreibung ziemlich genau Ihre Gemütslage, sonst hätten Sie nicht in Ihrem Brief dieses Szenario mit “Hölle” umschrieben.  Ich kann Ihre seelische Pein gut nachempfinden und würde Ihnen
auch gerne die drohende Katastrophe ersparen.

Männer ändern sich nicht ohne Not

Doch Männer ändern nichts ohne Not. Schon gar nicht, wenn es um ihre Annehmlichkeit geht! Und “neben her etwas am Laufen zu haben” ist Ausdruck reinster Bequemlichkeit, auch wenn manchmal so edle Motive wie Liebe vorgeschoben werden. Wenn Sie es zurzeit nicht aushalten, empfehle ich Ihnen einen Ehetherapeuten aufzusuchen, der Sie durch die Krise begleitet. In einer Gesprächstherapie können Sie auch herausfinden, warum Ihr Mann fremdgeht. Dass Sie dabei Ihren Mann auch überzeugen können, mit Ihnen gemeinsam in die Eheberatung zu gehen, grenzt im Moment wohl eher an ein Wunder, das weniger eintreten wird.

 

Es scheint einfacher, die Welt anzuhalten
Manchmal scheint es einfacher, die Welt anzuhalten, als die Männer zur Treue zu bewegen. Rein statistisch gesehen wurden nämlich 80 Prozent der Frauen schon einmal betrogen und jede Zehnte muss mit einer Dauerrivalin rechnen. Entweder geht die Ehe daran zu Grunde, was Gott sei Dank nur in einem von zehn Fällen passiert oder aber, sie geht gestärkt aus der Krise hervor. Das bedeutet für den einzelnen: Er bringt mehr Verständnis für seinen Partner auf und bekommt dafür mehr Freiheit von ihm.

 

Eine Geliebte, man gönnt sich ja sonst nichts
Sieht man einmal von den Männern ab, die dauernd etwas am Laufen haben, weil ihr Selbstbewusstsein auf der Länge der Liste ihrer flachgelegten Frauen basiert, so fragt man sich doch wirklich, was eine Geliebte zu bieten hat, womit die Ehefrau nicht konkurrieren kann.

So lächerlich es klingen mag, aber für viele Männer ist es schon Grund genug etwas mit einer anderen anzufangen, weil es halt nicht ihre Ehefrau ist. Einmal etwas anderes! Man gönnt sich ja sonst nichts. Da braucht die “Andere” nicht schöner, nicht jünger und auch nicht dünner zu sein, geschweige denn “besser im Bett” – darauf kommen wir gleich noch – die kann, wer weiß wie aussehen und was für einen bedenklichen Charakter haben, Hauptsache ist: es ist nicht die eigene Frau.

 

Besser im Bett

Fragt man die Männer, was sie unter “besser im Bett”, verstehen, dann trifft man bei ihnen entweder auf betretenes Schweigen oder auf ein hilfloses Gestotter, wo man sich als Frau sowieso keinen Reim drauf machen kann. Als Frau hat man so etwas eben einfach zu wissen, nötigenfalls zu ahnen, um im entscheidenden Moment dann, das Richtige zu tun. So sehr wir Frauen uns nun den Kopf darüber zerbrechen mögen, wie wohl “besser im Bett” aussehen mag, so einfach ist die Lösung, würde man Männer einfach mal beobachten.

 

Das empfindlichste Körperteil der Männer
Da ihr empfindlichstes Körperteil bekanntlich der Geldbeutel ist, achte man nur einmal darauf, für was sie am meisten hinzublättern bereit sind, wenn sie dafür zahlen müssen. Sex rangiert hier etwa in der gleichen Kategorie,
wie das Auto. Je mehr Extras, umso höher im Kurs. Je mehr man zahlen muss, umso mehr kann man sich einbilden, etwas Besseres zu haben oder etwas Besseres zu sein. Sex beginnt und endet bei Männern nun mal im Kopf! Daher sind wir Frauen gut beraten, zwischendurch mal, in die Rolle einer Geliebten zu schlüpfen und ihnen ihre Sonderwünsche zu erfüllen. Denn nichts versüßt unser Leben als Ehefrau so sehr, wie ein von Grund auf zufriedener Mann.

 

Die Geliebte als Wunderwaffe
Es gibt auch Männerkreise, da gehört die “kleine Freundin” nicht zum Statussymbol des wohlhabenden Ehemannes, sondern da fungiert sie als Wunderwaffe, um der moralisch verklemmten Gesellschaft ein Schnippchen zu schlagen. Das Geheimnis, das Verbotene, das Versteckspiel und die Täuschungsmanöver sind hier die Droge, die Geliebte nur die Trophäe.

Denn bei der Geliebten kann er sich im stillen Kämmerchen so richtig als Revoluzzer fühlen, dem alles Biedere und Angepasste zutiefst zuwider ist. Hier ist er der Held! Draußen muss er ja mitlaufen, brav, bieder und angepasst, weil er zu mehr eben zu feige ist.

 

Die Geliebte als Rachefeldzug

Nicht selten richtet sich ein solcher Rachefeldzug auch nur gegen die eigene Ehefrau. Die Männer fühlen sich zu Hause eingeengt, kontrolliert und unterdrückt. Manche sind sogar davon überzeugt, dass ihre Frau erst Ruhe gibt, wenn sie ihr zuliebe die “eigene Persönlichkeit” aufgegeben haben.

Wie aber so eine “eigene Persönlichkeit” manchmal aussieht, oder wie der Mann sie auszuleben gedenkt, bedeutet hingegen für die Frau schlichtweg eine Zumutung. Da mag einer vielleicht gar nicht arbeiten gehen, sondern zu Hause lieber verlottern und seine Frau drängt ihn, sich einen Job zu suchen.

Da mag er vielleicht lieber einem Saufgelage beiwohnen oder mit den Kumpeln Karten spielen, als sonntags mit der Familie ins Grüne zu fahren. Oder er liebt es, bei gesellschaftlichen Anlässen überall zu spät zu erscheinen, um aufzufallen, wo seine Frau vor lauter Peinlichkeit lieber im Erdboden versinken würde.

 

Zwei Welten prallen aufeinander

Für wahr, hier prallenWelten aufeinander. Der Mann erlebt die Ehe als Gefängnis, aus dem er hinaus will. Zumal sich in seinen Augen die Frau als Gefängniswärterin aufführt und ihm jede Lebensfreude vergällt.

Für die Frau wird die Ehe schlichtweg zum Kampfplatz, auf dem sie versucht, aus dem Barbar einen kultivierten Menschen zu machen, um ihn von der drohenden Dekadenz zu bewahren. “Was würden denn die Leute sagen”, wenn sie ihn einfach so machen ließe?

 

Die Geliebte als Brechstange

Doch diese ewigen Erziehungsversuche gehen ihm so ans Eingemachte, so ans Selbstwertgefühl, dass er seine Frau da trifft, wo es ihr vermutlich am meisten weh tut: Er nimmt sich eine Geliebte, um ihrem “Würgegriff” zu entkommen. Eine Geliebte, um sich die Freiheit zu ertrotzen, von der er schon immer so träumte. Eine Geliebte als Brechstange, um die Ketten seiner Ehe zu sprengen.

Frauen, die ihre Männer permanent wie kleinen Jungen behandeln – weil sie sich natürlich so aufführen – müssen leider irgendwann einmal die Erfahrung machen, dass ihr “Junge” inzwischen erwachsen wurde und nun mehr Freiheit möchte. Verpassen sie diesen Zeitpunkt, wird er unbewusst zu drastischeren Mitteln greifen. Und was liegt da näher, als eine Geliebte an Land zu ziehen, damit die Frau durch Kummer und Schmerzen begreift, dass sie nun loslassen muss, um Schlimmeres zu vermeiden?

 

Die Geliebte als Supergau

Für die Frau bedeutet diese Dreieckskonstellation der Supergau ihrer Ehe schlechthin.

Auf was hatte sie in ihrer Ehe nicht alles verzichtet, um sich ganz auf ihren Mann zu konzentrieren? Hatte sie nicht für ihn gedacht, für ihn die Verantwortung übernommen und immer wieder die Kastanien aus dem Feuer geholt? Hatte sie vielleicht nicht sogar unbewusst die Wege geebnet, um ihn stärker an sich zu binden, weil sie sich so erhoffte, ihn von anderen Frauen fernhalten zu können? Und eine Geliebte ist nun der Dank?

Psychologen nennen solch eine Denk- und Handlungsweise der Frau schlicht eine “Sackgasse”. Für die Ehefrau ist es schon eher ein Weg durch die Hölle, durch den sie nun als Betrogene durchmarschieren muss.

Der Weg, den eine Frau aus gutem Glauben heraus “das Richtige zu tun” einschlägt ist falsch, weil die Motive, die dahinter stecken egoistisch sind. Dem Mann Manieren beizubringen und ihn zu erziehen, damit er salonfähig wird und man sich nicht mehr mit ihm blamieren muss, mag ja in manchen Kreisen ganz gut ankommen. Vielleicht sogar gewürdigt werden.

Aber, es entspricht nicht dem Naturell dieses Mannes. Er würde sich viel lieber daneben benehmen, um wieder mal aufzufallen oder einfach nur, um wieder mal sich selbst sein zu dürfen.

 

Wenn der Mann eheunfähig ist

Zugegeben, so ein Mann ist nicht ehefähig. Aber, wenn es danach ginge, wäre es um uns Frauen schlecht bestellt, denn dann würden wir wohl ganz auf die Männer verzichten müssen. Also, besser ist es, sich einen “eheunfähigen” zu angeln, ihn um seinetwillen zu lieben und ihm all die Freiheit einzuräumen, von der er so träumt. Spielt man als Frau den Gefängniswärter, kann man darauf warten bis er den ersten Ausbruch unternimmt.

Lässt man ihn an der langen Leine, dann leidet er zumindest nicht unter dem Zwang, sich als Trost etwas gönnen zu müssen oder sich aus Frust etwas zu ertrotzen.

Einfach ist das Unternehmen “Ehe” bei Leibe nicht und, wem es besonders schwer fällt loszulassen oder den Blick auf sich selbst, anstatt auf den Partner zu richten, der ist in einer Gesprächstherapie bei einem Psychologen oder Ehetherapeuten gut aufgehoben.

Es gibt das Sprichwort das besagt:” Der schlimmste Feind, ist der, den man nicht kennt.” Wenn wir als Frau nun die Geliebte des Mannes nicht gleich als Freundin betrachten müssen, so doch als Rivalin oder als jemanden, der wie ein Familiengespenst die Ehe von Zeit zu Zeit heimsucht.

 

Die Klaviatur der Verführungskünste

Besser ist es allemal, das Füllhorn dieser Damen zu kennen, als sich zu ärgern und sich zu fragen, warum unsere Männer auf so etwas überhaupt abfahren.

Lassen Sie uns doch einfach einmal neidlos rüberschielen, wie das aussieht, wenn eine Geliebte die ganze Klaviatur ihrer Verführungskünste beherrscht.

Als erstes werden die kurzen Treffen mit dem Schattenmann zum Kult hochstilisiert. Da ist: die knapp bemessene Zeit, der geheime Ort mit seinem verruchten Touch und die Tatsache an sich, welcher der Reiz des Verbotenen anhaftet.

Dann ist da das ausgedehnte Bad, die Cremetöpfe für samtweiche Haut und die betörenden Parfüms für die Betäubung der Sinne. Die nackte Haut wird mit Spitzen durchbrochenen, tief roten oder schwarzen Dessous bedeckt und der Rest in einen neckisch durchsichtigen Fummel gehüllt. Auf dem Nachttisch stehen Häppchen lauter lukullischer Köstlichkeiten, neben langstieligen Gläsern, in denen der Champagner perlt wirft sanftes Kerzenlicht bei leiser Musik lange Schatten in den siebten Himmel der Liebe.

 

Impotenz als Geheimwaffe

Nicht wahr, da gibt es doch eigentlich nichts, womit eine Ehefrau nicht auch aufwarten könnte oder mit etwas Phantasie noch im Stande wäre, das zu überbieten. Natürlich sollte eine Frau damit nie solange warten bis er “etwas anderes“ anschleppt, um erst dann in die Gänge zu kommen. Da könnte er es ja in seiner Trotzphase als Aufforderung für die “ehelichen  Pflicht” ansehen. Und Männer, die sich von ihren Ehefrauen genötigt fühlen diese zu absolvieren, wehren sich dagegen mit Impotenz.

So absurd es für uns Frauen auch klingen mag, so logisch und natürlich ist es für einen Mann, dass er impotent wird, sobald seine Frau Sex von ihm erwartet. Die Gefühle, die ihn bei ihren Aktionen überkommen, reichen da von Abneigung über Hass bis zum Ekel. Und das kann dauern!

Daher Hände weg! Den Partner in seiner Ambivalenzphase (Doppelwertig: Geliebte und Ehefrau) gewaltsam ins Bett zerren zu wollen, bringt außer Enttäuschung höchstens noch das Gegenteil, und alles wird noch schlimmer.

Geben Sie ihm Zeit und verführen Sie ihn erst, wenn er dazu auch bereit ist.

 

Eine Geliebte versteht halt den Mann

Was nun aber eine Geliebte für Männer auch attraktiv macht, ist ihre Fähigkeit die männlichen Leidensgesänge richtig zu interpretieren. Im Gegensatz zur Ehefrau versteht sie ihn, liebt alles, verzeiht alles und bewundert alles an ihm. Sie fordert nichts, fängt keinen Streit an und ist immer das willige Kuscheltierchen, denn ihre Verlustangst, die Angst ihn zu verlieren, macht sie pflegeleicht.

Doch nicht an den Sternstunden entscheidet es sich, ob eine Beziehung gelebt werden kann, sondern amAlltag. Diese heimliche Liebe, die im Verborgenen blüht, ist eine Gewächshauspflanze, für die auch die kleinste Veränderung schon das Ende bedeuten kann. Eine Entwicklung gibt es da nicht. Und wo keine Entwicklung stattfindet, gibt es auch keine Zukunft.

Da lohnt es sich doch, nachzuforschen, warum so eine Beziehung im Glasglockenidyll überhaupt eingegangen wird und weshalb sie funktioniert.

 

Warum geht ein Mann fremd?

Wir können eigentlich davon ausgehen, dass nur einer der Partner “ausschert”, wenn in der Beziehung etwas nicht stimmt. Frisch verliebte haben in der Regel kein Bedürfnis auf ein Dreiecksverhältnis. Da liegt es nahe, den Grund für den Seitensprung in der Beziehung selbst oder in der Person zu suchen.

Bleiben wir mal bei der Person. Da neigen Männer eigentlich dazu, bei persönlichen Problemen den bequemerenWeg zu gehen. Das bedeutet: Nicht das Problem in der vorhandenen Beziehung zu lösen, sondern sich mit ihm zu arrangieren, mit ihm zu leben, weil sie es nicht ändern können oder wollen.

Oder – und das ist leider der viel beschrittene “Königsweg” – es einfach zu ignorieren, es zu verdrängen, immer in der Hoffnung, dass es sich vielleicht doch von selbst löst. Und was wäre da als Verdrängungsmittel tauglicher, als eine kleine Freundin, die einem den grauen Alltag, die langweilige Ehe oder die Midlife-Crisis durch die rosarote Brille sehen lässt? Bei ihr kann man sich noch einmal ungebunden, jung, spontan und frei fühlen, ohne dass man sich ändern und ohne, dass man das Geringste dafür tun muss.

Anstatt die Unzulänglichkeiten zu beseitigen oder die Einseitigkeiten an sich aufzuarbeiten, sucht man sich jemanden, der all diese schönen Eigenschaften hat und identifiziert sich dort mit ihnen. Das ist schnell, bequem und ungemein aufregend.

 

Das ist Selbstliebe, der Partner nur Mittel zum Zweck

Doch das ist Selbstbegegnung, das ist Selbstliebe am Partner. Man verliebt sich in das, was man immer schon sein wollte. Das ist hinreißend, ja, das ist ein Rausch mit hoher erotischer Anziehung und mit einer inneren Dramatik und Anspannung, wie man sie eigentlich sonst nur von der Oper kennt.

Und die Angespanntheit, die in solch einer Beziehung besteht, kommt nicht etwa davon, dass die Zweisamkeit von der Gesellschaft geächtet und von außen bedroht ist. Sondern die Umstände wurden unbewusst so gewählt, dass die “Liebe von außen bedroht wird”. Denn Selbstliebe am Partner ist aussichtslos und hat keine Überlebenschance. Die äußere Bedrohung aber verschleiert und verstärkt noch das charakteristische dieser Beziehung.

So ist es natürlich viel bequemer, sich über die bürgerliche Moral, die Konvention oder sonst was Äußerem aufzuregen, als sich mit seinen Charakterschwächen oder seinem Versagen auseinandersetzen zu müssen.

Draußen ist die “böse Welt” und da die “unschuldige Liebe”, die es zu verteidigen gilt. Da kann man sich im Glasglockenidyll ganz leicht als Held fühlen und über seine heroische Tat mächtig stolz sein.

 

Ins eigene Idealbild verliebt

Aber mit dieser Inszenierung einer “heimlichen Liebe” wird in Wahrheit ein Entwicklungsschritt umgangen. Daher sind solche Verhältnisse, wo man sich ins eigene Idealbild – sprich Geliebte – verliebt auch nicht von Dauer.

Kommt es zur Trennung, dann sind die seelischen Schmerzen so groß und mit einer ungeheuren Todessehnsucht verbunden, wie es kaum schlimmer sein kann.

Wenn nun der eine Partner (Geliebte oder Ehemann), der vom anderen als die perfekte Ergänzung seines Selbstes angesehen wird, sich zu trennen beabsichtigt oder ihn verlässt, kann das für den anderen eine starke Selbstmordgefährdung bedeuten. Hier ist eine Psychotherapie angesagt, schon allein, um hinter die wahren Hintergründe dieser besessenen Leidenschaft zu kommen und um Einblicke über die Selbsttäuschung zu gewinnen.

Nicht zuletzt aber auch, um den versäumten Entwicklungsschritt nachzuholen.

 

Zu wenig sexuelle Erfüllung in der Ehe

Oft wird ja von den Männern behauptet, ihr Eheleben brächte ihnen nicht genug sexuelle Erfüllung. Das ist aber eine sehr vordergründige Betrachtungsweise.

In Wirklichkeit geht es um weit grundsätzlichere Einseitigkeiten, die in der Beziehung vorhanden sind und nun nach Ausgleich drängen.

 

Der Sog zum Ehebruch

Da liebt der eine vielleicht Bergwanderungen, moderne Kunst und gutes Essen, und der andere konnte damit noch nie etwas anfangen. Vielleicht machte er sich sogar noch lustig darüber. Die Sehnsucht aber, all das einmal machen zu dürfen oder jemand zu finden, der das auch mag, ist niemals erloschen. Und plötzlich gibt es da jemanden: Jünger, attraktiver und natürlich viel “verständnisvoller” als die Ehefrau zu Hause, mit der man seine Lebensräume nie verwirklichen konnte. Die Geliebte versteht nun diesen Mann nicht besser, nur sie antwortet auf das, was in der Ehe nie gelebt wurde.

Ganz besonders schlimm wird es, wenn man gar nicht mehr weiß, was einem in der Ehe fehlt, wenn einem die unerfüllten Bedürfnisse nur noch als dunkles Gefühl von Leere oder Einsamkeit ins Bewusstsein kommen.

Da ist der Sog zum Ehebruch dann besonders groß.

 

Man sollte mit dem Ehepartner reden, sonst geht es den Bach hinunter

Um diesem Sog nicht zu verfallen, hilft das Gespräch mit dem Partner über das, was man so sehr in der Beziehung vermisst oder, was man gerne mal tun möchte. Gemeinsame Gewohnheiten geben der Ehe eine gewisse Sicherheit und vermitteln Geborgenheit. Gewohnheiten können aber auch als Fesseln wirken und einen daran hindern, etwas Neues, etwas anderes mit dem Partner auszuprobieren.

Vor allem sollte man in der Ehe möglichst schnell mit der Illusion aufräumen:

“Alles für den Partner sein zu wollen”. Die Ehe ist keine Einrichtung, in der man alle Bedürfnisse und Seiten des Partners ansprechen oder befriedigen kann.

Daher sollte jeder Partner – ohne schlechtes Gewissen – alles das alleine tun dürfen, was den anderen nicht sonderlich interessiert. Das schafft einen gewissen Freiraum, der eigentlich einen Ehebruch überflüssig macht. Aber reden sollte man halt immer darüber, sonst geht alles den Bach hinunter.

Sich gegenseitig von seinen Unternehmungen zu erzählen, verbindet mehr, als wenn man zum Beispiel seinen Partner auf ein avantgardistisches Konzert schleppt und dann in der Pause gehen muss, weil sein Geschnarche lauter ist als die Musik.

 

Was tun, wenn der Ehepartner fremd geht?

Was soll man nun machen, wenn der Partner tatsächlich fremd geht? Ihn zur Rede stellen, wie es sieben von zehn Frauen tun?

Oder vielleicht doch lieber nichts sagen und warten bis alles vorüber ist, wie es die restlichen drei von zehn Frauen tun?

Oder besser noch, ganz ignorieren und es nicht einmal dann glauben, wenn es einem die Freundin steckt? So in etwa, wie Simone de Beauvoirs Romanheldin “Monique”: “Selbst wenn ich ihn mit einer anderen Frau im Bett gesehen hätte, ich wäre sicher gewesen, dass meine Augen mir einen Streich spielten”.

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